Projekt Großglockner für AI und SOS Europa, Juni 2014
Hallo! Mein Name ist Claudia Ecker, ich bin 37 Jahre alt und mittlerweile 15 Jahre ambitionierte Läuferin (10km 44:10, HM 1:45:39, Marathon 3:54:43, Bergmarathon 52km, 1700hM 5:36:15) und auch begeisterte Bikerin. Die Idee meines „Projekts Großglockner“ wurde eigentlich aus der Not heraus geboren, keinen Biker für den Teambewerb im Rahmen des Glocknerkönigs am 1. Juni 2014 gefunden zu haben. Da ich mir schon immer diverse sportliche Ziele und Herausforderungen selber überlegt habe, beschloss ich kurzerhand, 2 Wochen später, am 14. Und 15. Juni 2014, an zwei Tagen hintereinander sowohl von Fusch nach Heiligenblut (46km, 1700hM) zu laufen, als auch von Heiligenblut nach Fusch mit dem Mountainbike zufahren. Ob es mir gelingen wird, wird sich weisen.
Durch meine Diplomarbeit über kenianische LangstreckenläuferInnen im Studienfach Soziologie bin ich im Dezember 2011 das erste Mal nach Kenia gereist und habe mich dort nicht nur sofort wie zu Hause gefühlt , ich habe mich auch in das Land und die Menschen dort verliebt. Im April 2014 bin ich der Linzer Amnesty Gruppe 8 beigetreten, wo mir natürlich besonders der Kontinent Afrika sehr am Herzen liegt.
So bin ich nun überglücklich, dass ich aus meinem privaten Projekt Großglockner eine Amnesty Aktion starten darf, für die Flüchtlinge aus Afrika, die fast tagtäglich an den durch Frontex geschützten Außengrenzen der Europäischen Union scheitern, im Mittelmeer ertrinken oder in sogenannten „Push Backs“ wieder Richtung afrikanischen Kontinent in eine ungewisse Zukunft gesendet werden. Wir, die wir hier kenianische oder äthiopische MarathonsiegerInnen wie Helden feiern und verehren, wollen immer noch wenig Verantwortung übernehmen für all jene namenlosen Gesichter, die sich auf viel zu kleinen, meist nicht meerestauglichen Schiffkuttern unter hochriskanten Bedingungen einen Neustart in ein neues und sicheres Leben erhoffen, und dabei nicht selten ihr Leben lassen, wie man leider viel zu selten aus den Medien entnehmen kann. Mich berührt das schon allein dadurch besonders, da ich hinter jedem dieser namenlosen Gesichter einen meiner kenianischen FreundInnen aus Kiambogo, Keringet oder Nairobi sehe, hinter jeder Mutter mit Kind und hinter jeder Schwangeren die die Geburt nicht überlebt meine derzeit schwangere Freundin aus Keringet.
Das Leben ist nicht gerecht. Das fängt schon im Privatleben an und zieht sich global über alle Kontinente hinweg. Aber solange ich noch jeden Tag in der Früh aufstehe, und solange ich eine Stimme habe, werde ich nicht aufhören sie dafür einzusetzen, die Welt, und wenn auch nur ein kleines bisschen, menschenwürdiger, gerechter und friedlicher zu machen. Ich bin der Meinung, dass wir, die wir hier in Frieden leben können, ohne Sorge darüber zu haben, ob wir unsere Kinder morgen ernähren können, wir alle hier haben die Pflicht etwas zu tun! Egal was! Nur tun müssen wir etwas! Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, und ich habe selber schon massive Rückschläge erlitten, und daraus gelernt, bin aufgestanden und habe weiter gemacht. Den einzigen Fehler den man nicht machen darf, ist sitzen zu bleiben und nichts zu tun!
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