Buchtip: Faßbender, Miriam: 2850 Kilometer
Faßbender, Miriam (2014): 2850 Kilometer, Westend Verlag, Frankfurt/ Main
Brillant regergiertes, top aktuelles Buch zur Situation afrikanischer Flüchtlinge an den EU- Außengrenzen. Die Autorin lebte selber in den Ghettos der wartenden Subsaharer in Mali und Algerien und kann so über schockierende Dinge berichten, von denen wir hier nicht die geringsten Vorstellungen haben. Einziger Kritikpunkt meinerseits: mir fehlt die emotionale Nähe. Ich persönlich vermisse das Gefühl,- die Autorin und ihre Not ist nicht spürbar, weder das Mitgefühl für die Flüchtenden, als auch ihre eigene Angst in kritischen Situationen. Sie schreibt zwar immer wieder, wie sehr sie das mitnimmt, aber es wirkt so distanziert. Ich spüre ihre Not nicht! Wieder: Das ist nur meine eigene Meinung! Würde ich nächtelang auf einer Polizeiwache in Algerien verhört, würde mir mein Pass entwendet und müsste ich ohne Geld, aber überwacht eine Nacht im Hotel ausharren,- Ich hätte Angst und das würde ich auch schreiben. Und auch das Erlebte. Ich denke mir sie musste oft mit Ihren Gefühlen kämpfe mit dem was sie erlebt hat. Das hätte ich gerne als Leser miterlebt, mitgefühlt und mitempfunden. Ich halte sie für eine extrem mutige, intelligente junge Frau. Ich glaube, ich würde mich das nicht trauen, was sie da gewagt hat. Ganz alleine als Frau! Höchsten Respekt von mir für ihren Mut und dafür, dass sie ihn genau für das einsetzt, was mir selber so wichtig ist!
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